Wertermittlung 2026: Warum der richtige Preis über den Verkauf entscheidet
15. August 2026 von Andreas Arlt
Die Vermarktungsdauer von Immobilien sind 2026 deutlich länger als noch vor zwei Jahren.
Vor zwei Jahren war ich froh, wenn ein Haus acht, neun Wochen brauchte, bis der Notarvertrag unterschrieben war. Heute freue ich mich, wenn es unter einem halben Jahr bleibt.
Was sich am Markt wirklich verändert hat
Die nackten Zahlen bestätigen, was ich in meinem Alltag als Makler seit Monaten spüre: Bundesweit lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer im ersten Quartal 2026 bei rund 90 Tagen für Eigentumswohnungen und 91 Tagen für Einfamilienhäuser – Tendenz eher steigend als fallend. Das ist schon der Durchschnitt aller Objekte, also auch der gut positionierten. Bei Immobilien, deren Preis von Anfang an zu ambitioniert angesetzt ist, sehe ich in der Praxis regelmäßig sechs, sieben, manchmal neun Monate bis zum Verkauf.
Ein zweiter Faktor kommt hinzu, den viele Verkäufer unterschätzen: die Banken. Eine erste Finanzierungsbestätigung ist meist innerhalb weniger Werktage da. Die verbindliche, endgültige Kreditzusage aber, bei der die Bank das Objekt selbst noch einmal bewerten lässt, dauert häufig zwei bis vier Wochen – bei komplizierteren Fällen auch länger. Für einen Käufer heißt das: Selbst wenn er sich mit Ihnen handelseinig ist, kann es Wochen dauern, bis er wirklich unterschreiben darf. Das nimmt Tempo aus dem gesamten Prozess, und dieses Tempo fehlt dann auf der Verkäuferseite.
Hohe Preise und längere Vermarktungsdauer gehören zusammen. Das war früher anders, als niedrige Zinsen fast jeden Käufer schnell handlungsfähig gemacht haben. Heute rechnet jeder Interessent genauer, jede Bank prüft strenger, und ein Käufer, der nicht zu 100 Prozent überzeugt ist, wartet lieber ein paar Wochen ab, statt zu handeln.
Der Preis, der überzeugt – nicht der Preis, der lockt
Genau deshalb ist die Wertermittlung heute kein Formular, das man schnell abhakt, sondern das wichtigste Werkzeug im ganzen Verkaufsprozess. Als geprüfter Sachverständiger für Ein- und Zweifamilienhäuser erstelle ich diese Bewertung nicht, um dem Eigentümer eine schöne Zahl zu präsentieren. Ich erstelle sie, damit er mit einer realistischen Erwartung in den Markt geht. Ein Beispiel aus der Praxis, wie ich es leider zu oft erlebe: Die Wertermittlung zeigt 900.000 Euro. Der Eigentümer möchte aber 1,3 Millionen Euro aufrufen, weil der Nachbar vor fünf Jahren angeblich so viel bekommen hat. Ich kann das Haus zu diesem Preis ins Exposé stellen – verkaufen werde ich es nicht. Es bleibt am Markt hängen, Interessenten scrollen weiter, und nach ein paar Monaten fragen sich auch ernsthafte Käufer, was mit dem Haus nicht stimmt. Am Ende steht dann oft ein Verkauf für 800.000 Euro – deutlich unter dem eigentlichen Wert, nur weil die Zeit am Markt den Preis kaputtgemacht hat.
Das ist die bittere Wahrheit an einem Markt, der sich verlangsamt hat: Ein zu hoher Startpreis kostet am Ende mehr Geld, als er einbringt. Wer sich dagegen an eine fundierte Wertermittlung hält, verkauft nicht zwangsläufig schneller – aber er verkauft zu einem Preis, der dem Wert der Immobilie tatsächlich entspricht.
Wie kommt man an den „richtigen“ Pries?
Für eine erste eigene Orientierung, bevor Sie überhaupt mit einem Makler sprechen, kann ein Online-Tool wie www.derwertermittler.de einen ersten Anhaltspunkt liefern. Ersetzen wird es die individuelle Begutachtung vor Ort aber nicht, dafür stecken zu viele Details in jedem einzelnen Haus.
Nach fast 30 Jahren in diesem Beruf sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Verkäufer, die dem Preis ihrer Wertermittlung vertrauen, verkaufen entspannter und am Ende zu einem besseren Ergebnis als jene, die auf den Bauchgefühl-Preis setzen. Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Immobilie in der heutigen Marktlage realistisch wert ist, lade ich Sie herzlich zu einem persönlichen Gespräch ein – unverbindlich, über www.mak-Immobilien.de. (Foto KI generiert)
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